Unser „Keule“ geht heiraten

Heute war es endlich soweit, eine von zwei diesjährig stattfindenden Hochzeiten innerhalb unserer Einsatzmannschaft stand auf dem Terminplan.

Heute führte Sven (alias „Keule“) wie wir ihn nennen, seine Sandra zum Standesamt. Seine Familie und Freunde hatten die beiden bereits ins Rathaus begleitet. Eine Fraktion fehlte natürlich noch, seine Kameraden und Kameradinnen.

In geheimer Absprache traf man sich am Feuerwehrgerätehaus, um mit einer Abordnung unseren Kameraden nach der Trauung vor dem Rathaus zu empfangen. Während wir uns jedoch vorbereiteten, kam es wie es für eine Feuerwehrhochzeit kommen muss, die „PIEPSER“ schrillten auf ….“Feuermeldung über BMA, Haus Sonnabend“ lautete die Meldung.
Binnen weniger Sekunden gingen die beiden Löschfahrzeuge auf Alarmfahrt und wir arbeiteten den glücklicherweise „Blinden Alarm“ schnell ab. So kamen wir mit 10 minütiger Verspätung bei unserem ursprünglichen Termin an.

Zwischenzeitlich haben sich die beiden (Sven und Sandra) in liebevoller Marnier das JAWORT gegeben. Ein kleines taktisches Ablenkungsmanöver verschaffte uns noch ein zwei Minuten Zeit, unseren Zeitverzug für die Vorbereitungen wieder aufzuholen.

Sie haben sich das JAWORT gegeben.

Nun traten die beiden durch die Rathaustür, standen nun oben auf der Rathaustreppe und staunten nicht schlecht. Denn, wir hatten uns, wie bei allen unseren Hochzeiten, im Spalier aufgestellt.
Der Löschbezirksführer Jörg Lergon empfing die Beiden und hielt die übliche Feuerwehransprache für werdende Ehepaare mit dem besagten Feuerwehrhintergrund. Beide mussten nacheinander Fragen zur Einsatzbereitschaft für Feuerwehr und Familie mit einem eindeutigen JA beantworten. Als kleine Aufgabe und teambildende Maßnahme, in 23 Sekunden ein Herz aus einem Leinentuch herausschneiden und hindurch treten.

Zum Abschluss und damit wir auch etwas zum Anstossen haben, musste mit viel Feingefühl, Koordination und Absprache der Korken einer Sektflasche mit dem Spreizer abgezogen werden. Auch hier bewiesen Sie eindeutig, dass sie als Paar funktionieren.

In bester „Corona-Manier“ gratulierten alle Kameraden und Kameradinnen den Beiden, ein Strauß Blumen für Sandra und ein weiteres gemeinsames Geschenk für das Brautpaar wurden überreicht.

Als Letztes folgte das gemeinsame Gruppenfoto, als Erinnerung für diesen besonderen Tag. „04.08.2020 -Sven&Sandra – just married“

Wir wünschen den beiden eine glückliche, gemeinsame Zukunft und das Sie diese, bei bester Gesundheit genießen werden.

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Feuerwehr Patenschaft besiegelt

Am Samstagmittag, 20. Oktober 2018 war es endlich soweit. Aus einer Jahrzehntelang, zwischen den Feuerwehren Alstingen (Frankreich) und Güdingen gelebten Freundschaft, wurde in einer sinnbildlichen Hochzeit eine Patenschaft vollzogen.

Anlässlich der jährlich stattfindenden Feuerwehrübung beider Wehren, konnte auf Initiative des französischen Feuerwehrkommandanten Michel Weislinger im Anschluss bei einer kleinen offiziellen Zeremonie die Dokumente unterschrieben werden. Als Zeitzeugen waren neben den 20 Feuerwehrkameraden des Löschbezirks 23 Güdingen und den 15 Kameraden aus Alstingen, weitere Gäste von französischer und deutscher Seite anwesend. So waren seitens der französischen Delegation Herr Jean Claude Hehn Bürgermeister von Alstingen, Abgeordnete des Departement Moselle Herr Christophe Arend, Kooperationsberaterin der Sapeurs Pompiers de la Moselle Frau Emilie Schwartz, Stellvertretender Compagnieleiter Patrick Deutsch sowie Wehrführer Michel Weislinger anwesend.

Von Deutscher Seite her, waren Peter Strobel Minister für Finanzen und Europa und Minister der Justiz des Saarlandes, Tony Bender Brandinspekteur des Regionalverbandes Saarbrücken, Willi Hartz Löschabschnittsführer Ost, Gerhard Norheimer Ehrenwehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Saarbrücken, Thomas Quint Vorsitzender des Feuerwehrverbandes im Regionalverband Saarbrücken, Jörg Lergon Löschbezirksführer des Löschbezirks 23 Güdingen vor Ort. Herr Daniel Bollig Bezirksbürgermeister des Bezirks Halberg sowie die Wehrführung der Freiwilligen Feuerwehr Saarbrücken ließen sich entschuldigen, sie wären sicher gerne dabei gewesen.

Zur Übung, hier wurde ein Feuer in den Räumlichkeiten des Reitvereins Alstingen angenommen, bei dem es auch zu einem Verkehrsunfall auf dem Zufahrtweg zum rückseitig gelegenen Parkplatz gekommen war. An beiden Einsatzstellen waren jeweils Einheiten beider Ortschaften gemeinsam zu Gange. So wurde das Feuer durch ein Löschfahrzeug aus Alstingen mit Unterstützung des Tanklöschfahrzeug bekämpft. Hier drangen Einsatzkräfte mit Atemschutz ins Gebäude ein und retteten eine Person und löschten den Brand. Eine weitere Person konnte über die tragbare Leiter gerettet werden.
Auf der Rückseite des Anwesens galt es eine eingeklemmte Person aus ihrem PKW zu befreien. Eine Erstversorgung wurde durch die Kameraden aus Alstingen eingeleitet, bevor dann mit Hilfe der technischen Geräte der HLF aus Güdingen, die Rettung vollzogen wurde. AN beiden Szenarien arbeiteten deutsch und französische Feuerwehrleute Hand in Hand. Selbst kleinere Sprachbarrieren konnten mit einfachen Mitteln überwunden werden. Nach circa 30 Minute war das Schauspiel der Übung beendet und die zahlreichen Zuschauer konnten sich noch das ein oder andere technische Detail Feuerwehrtechnik anschauen.

Nachdem die Einsatzbereitschaft aller Einheiten hergestellt war, konnte es zum offiziellen Teil übergehen. Auf der Bühne des Reitvereins nahmen die Paten und ihre Zeitzeugen Platz. Michel Weislinger , Wehrführer der Sapeur Pompiers Alstingen, eröffnete mit einem kleinen Rückblick über die Anfänge und den Verlauf unserer langjährigen Freundschaft. Diese Freundschaft wurde stets kameradschaftlich mit gegenseitigen Besuchen, Veranstaltungen und Übungen aufrecht gehalten. Auch gemeinsame Grenzüberschreitende Einsätze gab es schon, wobei die Grenze an sich, für das Hilfeersuchen selbst, niemals eine Rolle spielte. Im Nachhinein durften sich eventuelle Kritiker, die verwaltungstechnische Probleme sahen, die Köpfe damit zerbrechen. Darauf verwies auch Jörg Lergon in seiner Rede und betonte nochmals die überaus positive Zusammenarbeit, die freundlicher nicht sein könne. Er erwähnte aber auch Namen wie Gerhard Norheimer, Ehrenwehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Saarbrücken und Jean-Luc Senn, ehemaliger Kommandant der Sapeurs Pompiers de Forbach die in den Anfängen bis heute Wegbereiter für die grenzüberschreitenden Zusammenarbeit waren. Auf Güdinger Seite darf man auch eine Person nicht vergessen, Eugen Towae, ehemaliger Löschbezirksführer von Güdingen (verstorben 2016) war ein nie stotternder Motor, wenn es darum ging, mit unseren französischen Nachbarn zusammen zu arbeiten.

Nach mehreren Laudatoren unterzeichneten Jörg Lergon und Michel Weislinger das Dokument, welches die Patenschaft beider Feuerwehren besiegelt. Im weiteren Verlauf nahm der Vorsitzende des Feuerwehrverbandes im Regionalverband Saarbrücken Thomas Quint noch eine Auszeichnung im Namen des Deutschen Feuerwehrverbandes vor. Michel Weislinger wurde mit der Ehrenmedallie für die Förderung der Deutsch-Französischen Zusammenarbeit ausgezeichnet und gewürdigt.

Als letzte Amtshandlung überreichten die Kameraden des Löschbezirks 23 Güdingen ein kleines Geschenk, in Form eines „Haligantools“ welches mit einer Gravur versehen war. Es soll den Kameraden ein hilfreiches Werkzeug bei der Bewältigung ihrer Einsätze sein.

Zum Schluss wurden noch zahlreiche Bilder und Fotos gemacht, um den besonderen Tag somit in Erinnerung zu halten. Der Abend nahm nun seinen geselligen Verlauf, der bis spät in die hereinbrechende Nacht dauerte. WIr möchten uns nochmals bei allen Beteiligten, Förderern und Unterstützer für die erbrachte Gastfreundschaft und das Zustandekommen der Patenschaft bedanken. Die Kameraden des Löschbezirks 23 Güdingen.