Wärmegewöhnungsseminar in Erkelenz

Veröffentlicht am: 03.11.2013

Ein Bericht von unseren Teilnehmern am Wärmegewöhnungsseminar in der WGA - Erkelenz, aus ihrem persönlichen Blickwinkel.

SL. Zu dritt haben wir uns auf den Weg nach Erkelenz gemacht um dort an einer Realbrandausbildung in einer holzbefeuerten Wärmegewöhnungsanlage teilzunehmen.  Unsere drei doch ähnlichen Vorstellungen vom Ablauf eines Wärmegewöhnungsseminars wurden bei Weitem übertroffen. Wir glauben, dass es eine sehr lohnende Erfahrung ist, die man einmal gemacht haben sollte. Hier wurde uns weit mehr geboten als in anderen Anlagen dieser Art.

Sind wir zunächst davon ausgegangen mit vielen anderen Kameraden gemeinsam und gleichzeitig unter Atemschutz in einem Stahlcontainer zu „garen“, um Wärme und Wirkung der Schutzkleidung kennen zu lernen, wurden wir schnell eines Besseren belehrt.

Nach einer Vorstellungsrunde, dem Anfeuern der Anlage mit Holzpaletten und dem Anlegen der persönlichen Schutzausrüstung, wurden Dreiertrupps gebildet, die von einem persönlichen Instructor während des gesamten Tages bei den Durchgängen in der WGA betreut wurden.

Eine kurze Sicherheitseinweisung und ein Briefing läuteten den ersten Durchgang ein, der in unserem Fall 34 Minuten dauerte. Das Strahlrohr mussten wir in der ersten Runde nicht mitschleppen, denn zunächst stand ja die Wärmegewöhnung auf dem Programm. Das fehlende Strahlrohr wurde aber zu unserer Überraschung, um körperliche Arbeit zu simulieren, durch mit Sand gefüllte Schaummittelkanister simuliert, die wir in die Anlage mitnehmen und transportieren mussten.
Nach dem Anschließen der Lungenautomaten und einem Temperaturcheck an der Eingangstür ging es dann in „tiefster Gangart“ hinein in die Container-Anlage, wobei der Brandraum zunächst nicht sichtbar war. Dies bescherte uns absolute Finsternis (Lampen wurden nicht mitgeführt) und für uns stand das Absuchen des Erdgeschosses nach vermeintlichen Personen auf dem Programm, während dabei jeder von uns seinen Kanister Sand tragen musste.

Dass ein Schlauch in diesem Teil der Anlage nur hinderlich gewesen wäre, erlebten wir dann gleich nach dem wir mit der Suchtechnik der Linke-Hand-Regel vorgingen. Es erwartete uns ein Hindernisparcours der ganz besonderen Art, der uns alle drei herausforderte. Nur Teamarbeit ermöglichte ein gutes Vorankommen. So mussten wir uns bei absoluter Dunkelheit durch einen ziemlich engen Abschnitt aus quer montierten PKW-Reifen bewegen und die Kanister mitführen während Wärme, das Prasseln des Feuers und die Enge zu größeren Anstrengungen herausforderte. Im ersten OG wurde das Begehen von Treppen im brennenden Gebäuden geübt, sowie das Absuchen, wenn Absturz-oder Einbruchgefahr besteht. In der Höhe war es auch gleich viel wärmer, so dass wir zügig wieder hinabstiegen und dann einen ersten Besuch im Brandraum absolvierten, bei dem im Sitzen die Handschuhe ausgezogen wurden und die unterschiedlich temperierten Luftschichten erkundet wurden.

Nach dem Verlassen des Brandraumes suchten wir einen weiteren Raum in Dunkelheit ab, der uns mit einem Hindernisparcours aus Gitterboxen weit mehr forderte als der Reifenparcours zu Beginn. Die Hitze des angrenzenden Brandraumes war überall zu spüren. Die Kanister durften wir auf diesen Streckenabschnitt nicht mehr mitnehmen. Wir mussten uns durch sehr enge Öffnungen bewegen, um den Weg zur „Galerie“ zu erreichen. Dort war der heißeste Abschnitt der Anlage mit realem Funkenflug. Alle drei merkten wir trotz guter Bekleidung die Hitze an Ohren und Kopf und beeilten uns den Streckenabschnitt zügig zu passieren, während der Instruktor in der Raummitte auf uns wartete. Der weitere Weg führte erneut in den Brandraum, in dem von außen ein Hohlstrahlrohr hineingeschoben wurde und der Instructor zeigte die fatalen Wirkungen wenn man mit zu viel Löschwasser und der falschen Strahlrohreinstellung zur Brandbekämpfung vorgeht.
Die Unmengen heißen Wasserdampfes haben wir sofort zu spüren bekommen, auch wenn die Schutzkleidung einen Teil der Hitze abfängt. Der Weg führte uns dann schließlich ins Freie, wo wir gemeinsam die Geräte ablegten und uns in der Gruppe erholten.
 

Während der Durchgänge waren zu jederzeit außerhalb der Anlage Ausbilder, so wie ein Sicherheitstrupp und die Atemschutzüberwachung verteilt, die bei Notfällen eingreifen können. Alle 5m befinden sich Notaufgangstüren aus der Anlage und an jeder der Türen standen Eimer oder Kanister mit kaltem Wasser. Rettungsassistenten und Rettungssanitäter standen ebenfalls für Notfälle bereit.
Nach einer ausgiebigen Pause und einer Vorführung an der Flashover-Box  durften wir nach einem Strahlrohrtraining im Hof der Feuerwehr die Anlage direkt zum Brandraum betreten. Diesmal bildeten wir im Wechsel Zweiertrupps. Gute Absprachen bei der Türöffnungsprozedur ermöglichten es uns Dreien, dass jeder mehrfach als Angriffstruppführer und Angriffstruppmann das Eindringen in den Brandraum üben konnte. Zu diesem Ausbildungsabschnitt wurde der Container erneut kräftig aufgeheizt. 
 
Am Ende waren wir uns einig, dass sich die doch weite Anfahrt von etwas mehr als 300km auf jeden Fall gelohnt hat.



Wir bedanken uns bei Stefanie, David und Thorsten, dass Sie uns an ihren Erfahrungen haben teilhaben lassen.
Ein Aufbaulehrgang ist in Aussicht und wird bestimmt in Angriff genommen.

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